Passivhaus W

Projekt Info

Passivhaus in Ulm

  • Fertigstellung 2011
  • Zertifiziertes Passivhaus

Das Baugrundstück liegt im Bereich des innerstädtischen Neubaugebietes „Örlinger Tal – Gutenbergstraße“ in Ulm. Hier wurde von der Stadt Ulm eine Tankstelle und Teile eines Bauhofes abgerissen und die so gewonnen Flächen zur die Bebauung mit Doppel- und Reihenhäusern für Familien mit Kindern freigegeben. Insgesamt wurden ca. 25 Doppel- und Reihenhäuser errichtet. Als Besonderheit sah der Bebauungsplan vor, die Doppel- und Reihenhäuser (trotz gemeinsamer Wohnungstrennwand zum Nachbar) von Einzelnen Bauherrn gemeinsam mit deren Architekten individuell geplant umzusetzen. Damit die Koordination von gestalterischen -, konstruktiven-  und logistischen- Belangen gelingen konnte wurde der Planungsprozess von einem Büro für Projektsteuerung während der Planungsphase betreut. Bei vorliegendem Gebäue handelt es sich um ein Reihenmittelhaus in zweigeschossiger Bauweise. Das Gebäude ist  nach Südwesten ausgerichtet. Aufgrund der Orientierung und der gemeinsamen „ warmen“ Trennwände zu den Nachbargebäuden waren optimale Rahmenbedingungen für ein Passivhaus gegeben. Um die im Bebauungsplan vorgeschriebene Traufhöhe von 7m optimal auszunutzen wurde ein Konzept von versetzten Ebenen (Splittlevel) entwickelt, welche über eine Podesttreppe miteinander verbunden werden. Ebene -1: Im Untergeschoss befinden sich ein Arbeitszimmer  und ein Abstellraum mit vorgelagerter Terrasse und Zugang zum  Garten, ein Gästezimmer mit angeschlossenem Tiefhof, ein Bad und der Technikraum. Ebene -0,5: Ebenerdiger Eingangsbereich mit Garderobe und WC. Ebene 0: Auf der Wohnebene im Erdgeschoss befinden sich Küche, Esszimmer Wohnzimmer und ein Hauswirtschaftsraum. Ebene 0,5: Bibliothek und ein Raum für die Waschmaschine und Trockner. Ebene 1: Im Obergeschoss befinden sich die beiden Kinderzimmer, das Schlafzimmer, sowie das gemeinsame Bad. Dem Gebäude wurde auf der Südwestseite ein Carport mit Abstellraum vorgelagert. Eine Wandscheibe trennt den Eingangsbereich vom privaten Garten ab. Das Gebäude wurde in einer Mischbauweise errichtet. So sind die Bodenplatte und die Umfassungswände des Untergeschosses, die Treppen, die Deckenplatten und Teile der Innenwände aus Beton. Die Außenwände ab Untergeschoss, Teile der Wohnungstrennwände und das Dach wurden als vorelementierte Holzständerkonstruktion hergestellt. Die Fenster wurden als konventionelle Massivholzfenster mit Dreifachverglasung ausgeführt. Die daraus resultierenden Energieverluste wurden durch eine wärmebrückenfreie Konstruktion und eine erhöhte Luftdichtigkeit (0,1) kompensiert. Für die technische Ausstattung des Gebäudes kam eine Luft/Wasser Wärmepumpe sowie eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zum Einsatz. Die Lüftungsleitungen wurden direkt in die Betondecken einbetoniert. Die Steuerung der Lüftungsanlage erfolgt über CO2 und Feuchtefühler im den Elternschlafzimmer und gemeinsamen Bad. Beim gestalterische Konzept wurde Wert auf das wieder Erkennen der verwendeten Konstruktionen gelegt. So wurden die aus Holz konstruierten Bauteile außen mit einer  anthrazitfarbenen Holzschalung innen mit einer glatt tapezierten Bauplatte verkleidet. Die dunkle Farbe der Holzverschalung betont den städtischen Kontext. Die konventionell geschalten Betonwände wurden im Gebäude in sichtbar bleibender Qualität ausgeführt. Holz- und Massivbauteilen sind durch eine feine Schattenfuge getrennt. So entsteht in Verbindung mit den Bodenbelägen aus Naturstein und Linoleum eine abwechslungsreiche und großzügige Raumwirkung.